Schluss mit Pillepalle: Jetzt für das Klima handeln!

Neue Bundesregierung: Kaum noch CO2-Einsparungen

Die Projektion des Umweltbundesamts von Mai 2025 nach dem Klimaschutzgesetz ging von 629 Mio t CO2-Äq deutsche Emissionen für 2025 aus. Die erste Prognose der tatsächlichen Emissionen im Jahr 2025 beträgt laut Agora Energiewende 640 Mio t CO2-Äq (Januar 2026).
Das ist nur ein Rückgang um 9 Mio t CO2-Äq gegenüber dem Vorjahr, statt wie in der Projektion geplant um 20 Mio t CO2-Äq. Und zum Teil lagen die Einsparungen nur an schwacher Konjunktur statt an Transformation zu CO2-neutralen Technologien. Wenn dieser Trend anhält, werden die Klimaziele für 2030 verpasst: Dafür sind jetzt ab 2026 jährliche Einsparungen von rund 40 Mio t CO2-Äq erforderlich, um das Ziel von minus 65 % gegenüber 1990 zu erreichen.
Die Folge dieser fossil-freundlichen Politik wirken sich negativ auf den EU-Klimaschutz aus und heizen die Klimakrise an. Außerdem droht Deutschland so den Anschluss an moderne Klima-Technologien zu verpassen.

CO2-Konzentration steigt schneller als je

Die Daten der Messstation Mauna Laua auf Hawaii zeigen, dass in den letzten beiden Jahren die CO2-Konzentration jeweils über 3 ppm angestiegen ist – mehr als je zuvor seit 1960! Das Maxmium hat im Mai 430,89 ppm erreicht. Und dass, obwohl die Wissenschaft ein deutliches Absinken des CO2-Ausstoßes in diesem Jahrzehnt für erforderlich hält (IPCC AR6 SYN: B.6, C.1, C.2). Wird die Bundesregierung von Kanzler Merz (CDU) und Minister Klingbeil (SPD) da jetzt handeln?

Wer ist hier mit wem auf gleicher Linie?

Quizfrage: Was haben die folgenden Länder gemeinsam:
USA , Iran , Libyen , Jemen ?

Antwort: Sie haben das Pariser Klimaabkommen nicht ratifiziert bzw. beabsichtigen aus dem Vertrag auszusteigen. Es dauert bei den USA noch 1 Jahr nach dem offiziellen Austritt, bis dieser wirksam wird.

2024 wieder wärmstes Jahr der Aufzeichnungen

Die WMO (World Meterological Organisation) berichtet, dass 2024 mit 1,55 (±0,13) °C über dem Mittel der Jahre 1850 – 1900 erneut das wärmste Jahr der Wetteraufzeichnungen ist und erstmals die 1,5 °C überschritten hat. Zwar heißt das erst nach wiederholtem Mal, dass das Klimaziel des Pariser Vertrags gebrochen wurde, aber UN-Generalsekretär António Guterres erklärte:

„Dies bedeutet, wir müssen umso härter kämpfen, um in die Spur zu kommen. Flammend heiße Temperaturen 2024 verlangen bahnbrechende Klimamaßnahmen im Jahr 2025. Es ist noch Zeit, um das Schlimmste der Klimakatastophe zu vermeiden. Aber die Politik muss handeln – und zwar jetzt.

Bericht der WMO zur Klimakonferenz 2024 COP29:

Der Bericht der UN-Wetterorganisation WMO (World Meterological Organisation) zur Klimakonferenz COP29 im November 2024 hat keine guten Nachrichten von der Entwicklung des Klimas in der Welt:

  • Januar – September 2024 lag das globale Temperaturmittel bei 1,54 (±0,13) °C über dem vorindustriellen Wert;
  • der Langzeit-Mittelwert über Jahrzehnte bleibt dabei unter 1.5°C;
  • die letzten 10 Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen;
  • die Ozeantemperatur steigt;
  • das Meereseis in der Antarktis ist auf zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen und der Gletscherschwund beschleunigt sich;
  • Extremwetter-Ereignisse führen zu massiven wirtschaftlichen und menschlichen Verlusten.

Warnung des Weltklimarates (IPCC): Jetzt schneller handeln!

Der Synthesebericht zum 6. Berichts des Weltklimarates (IPCC) wurde am 20. März 2023 mit einer weiteren dringenden Warnung veröffentlicht: Das heutige Tempo der Klimaschutzmaßnahmen ist zu langsam. In diesem Jahrzehnt müssen die CO2-Emissionen und die anderer Treibhausgase deutlich und schnell sinken, damit extreme Auswirkungen noch begrenzt werden können. Aktuell ist die CO2-Konzentration weiter dabei zu steigen. Unser Handeln in den nächsten Jahren wird Langzeitauswirkungen für Jahrhunderte in der Zukunft haben.

Erneuter Höchstwert der CO2-Konzentration

Im Mai 2022 wurde wieder ein neuer Höchstwert von 419,99 ppm CO2 Monatsdurchschnitt an der Messstation Mauna Loa auf Hawaii ermittelt. Das sind 50 % mehr als der vorindustrielle CO2-Anteil in der Luft, der für 6000 Jahre bei etwa 280 ppm lag.

Neuer Bericht des Weltklimarates: Jetzt oder nie!

Im dritten Teil des 6. Berichts des Weltklimarates der Vereinten Nationen (IPCC) wird die extreme Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen betont, um noch das 1,5 °C-Ziel erreichen und die schlimmsten Auswirkungen begrenzen zu können. Die gute Botschaft dabei ist, dass der Wechsel zu erneuerbaren Energien dafür noch möglich ist und ihre Kosten in den letzten Jahren so stark gefallen sind, dass sie fast immer günstiger als fossile Energien sind. Aber erste Klima-Kipppunkte sind sehr nah oder vielleicht schon erreicht und die Wende der immer noch steigenden Treibhausgas-Emissionen muss in den 2020er Jahren  erfolgen – jetzt!

Neue Bundesregierung startet – passiert jetzt endlich etwas?

Am 8. 12. 2021 startet die Bundesregierung der Ampelkoalition von Kanzler Olaf Scholz (SPD). Das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium leitet Robert Habeck (Grüne); das Finanzministerium Christian Lindner (FDP).

Katastrophales Hochwasser in Deutschland

Vom 14. auf den 15. Juli 2021 sterben bei einem katastrophalen Hochwasser über 180 Menschen in Rheinland-Pfalz und NRW besonders an den Flüssen Ahr und Erft. Nach einem ersten Sofortprogramm von 30 Mio € wurde im September ein Aufbauhilfefonds von 30 Milliarden € eingerichtet, um Schäden an Infrastruktur, Häusern und öffentlilchen Gebäuden zu reparieren. Die Versicherungsschäden in Deutschland wurden auf 33 Milliarden € beziffert.

Extreme Hitzewelle in Kanada und Nordamerika

Die Nachrichten berichten von hunderten von Hitzetoten und gefährlichen Waldbränden. Die Weltorganisation für Meterologie (WMO) erklärt, dass solche extreme Hitze ohne die Klimakrise nur alle 10000 Jahre vorkommen würde. Wenn die Klimaerwärmung nicht gestoppt wird, werden extreme Hitzewellen in Zukunft häufig auftreten.

Sieg für Klimaschutz – Verfassungsgerichtsurteil aus Karlsruhe

Am 29. 4. 2021 hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden, dass das Klimaschutzgesetz von 2019 nachgebessert werden muss. Denn es verletzt die Freiheits-Grundrechte der heutigen Kinder und Jugendlichen, weil es sehr hohe Einsparungen von Treibhausgasen auf die Zukunft nach 2030 verschiebt. Dieser Sieg der Verfassungsbeschwerde von 9 jungen Menschen trifft genau den wunden Punkt der deutschen Klimapolitik: Die Ankündigung von fernen Zielen, ohne den Weg dahin durch entschiedene Maßnahmen anzugehen und den Gesamt-CO2-Ausstoß zu betrachten. Denn es ist ein großer Unterschied, ob jetzt oder erst nächstes Jahr oder erst viel später CO2 eingespart wird, was sich ja alles in der Atmosphäre ansammelt.

Neuer Höchstwert der CO2-Konzentration

Die Universität von Californien San Diego meldet einen neuen Höchstwert von 418,92 ppm CO2 Monatsdurchschnitt im Mai 2021 an der Messstation Mauna Loa auf Hawaii. Trotz Corona-Pandemie steigt die Konzentration des Treibhausgases weiter an, die Klimaerwärmung nimmt zu. Zum Vergleich: Im Mai 1980 betrug der Wert 341,45 ppm, im April 2000 waren es 371,96 ppm. Die Frühjahresmonate zeigen jeweils Jahreshöchstwerte wegen der Vegetationsperiode auf der Nordhalbkugel.

UN-Generalsekretär Guterres meldet Alarmstufe Rot

Zum Zwischenbericht vom 26. 2. 2021 über das UN-Klimaabkommen sagt UN-Generalsekretär António Guterres:

Dies bedeutet Alarmstufe Rot für unseren Planeten. Die Regierungen sind alles andere als in der Nähe der notwendigen Anstrengungen zur Erreichung des 1,5 °C-Ziels und der Ziele des Pariser Klimaschutz-Abkommens.“

Schluss mit Pillepalle: Ein bisschen Klimaschutz reicht nicht aus!